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«Saarmila»

Gemeinsam für eine nachhaltige, saarländische Mobilitätskultur – Erprobung und Skalierung von Reallaboren

Laufzeit: 01.10.2024 – 30.09.2029

Fördermittelgeber: BMFTR

Fördermaßnahme

Nachhaltige Mobilität in regionalen Transformationsräumen – in Metropolregionen, Regiopolregionen und interkommunalen Verbünden.

Primäres Themenfeld

Ganzheitliche Mobilitätskonzepte für verschiedene Lebensbereiche entwickeln.

Sekundäres Themenfeld

Mobilitätswende in regionalen Transformationsräumen durch Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle voranbringen.

Zielsetzungen

Die Mobilitätskultur der Zukunft initiieren

Entwicklung, Implementierung und Beforschung von vernetzten Reallaboren für eine nachhaltige barrierefreie Mobilitätskultur mit einem Fokus auf die Lebensbereiche Erwerbs- und Sorgearbeit sowie Freizeit. Evaluierung, Entwicklung und Optimierung von Governance-Strategien.

Veränderungen vorstellbar machen

Entwicklung eines Leitbilds für Klimaneutralität und Nachhaltigkeit im Mobilitätsbereich des Saarlandes im Rahmen eines transformativen Forschungsprozesses. Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung werden dabei als gemeinsame Herausforderung von Wissenschaft, Gesellschaft und Politik verstanden.

Strategie

Transdisziplinärer Ansatz

In einem partizipativen, transdisziplinären Prozess werden Wissen und Perspektiven aus Wissenschaft, saarländischer Zivilgesellschaft, Stakeholder-Gruppen sowie lokaler Politik und Verwaltung zusammengeführt.

Planungsinstrumente und Systemische Intervention

Gemeinsame Bewertung und Weiterentwicklung bestehender Planungsinstrumente. Vernetzung des Forschungsteams mit Governance-Ansätzen auf verschiedenen Verwaltungsebenen im Saarland (Gemeinde, Kreis/Regionalverband, Land) zur Entwicklung eines ganzheitlichen Mobilitätskonzepts. Ergänzt wird dies durch eine gezielte Kommunikationsstrategie und die aktive Einbindung der Zivilgesellschaft in kreative Prozesse.

Reallabore praktisch umsetzen

Umsetzung konkreter Reallabore zu Mobilität an Schulen und Kitas sowie zur Nutzung von On-Demand-Angeboten. Ergänzend werden die Potenziale verständigungs- und teilhabeorientierter ästhetischer Kommunikation zur Förderung von Nahraumorientierung und Funktionsmischung untersucht.

Arbeitsplan

» Gesamtprojekt
Transformatives Forschungsprojekt
Das transformative Forschungsprojekt Saarmila identifiziert, entwickelt und beforscht vernetzte Reallabore für eine nachhaltige Mobilitätskultur mit einem Fokus auf die Lebensbereiche Erwerbs- und Sorgearbeit sowie Freizeit. Es nutzt und erforscht Ansätze für die Skalierung auf das gesamte Saarland als Projektregion. Ein sogenanntes „Meta-Lab“, das den Vernetzungs- und Skalierungsprozess steuert und alle relevanten Akteur*innen einbezieht (Verwaltung, NGOs, Verbände, wissenschaftliche und künstlerische Institutionen, Bürger*innen etc.), wird etabliert und wirkt nach der Projektlaufzeit weiter.
Untersucht werden im vorgeschlagenen Projektzeitraum insbesondere die Themenbereiche On-Demand-Verkehre, Mobilität an Schulen und Kitas sowie regionsspezifische Herausforderungen und Potenziale einer verständigungs- und teilhabeorientierten ästhetischen Kommunikation in der nahräumlichen Planung. Hier knüpft das Projekt an entsprechende, bereits initiierte Planungsprozesse der regionalen Verbundpartner*innen an. Die besondere Raumstruktur des Saarlandes als Regiopolregion mit Saarbrücken als Ballungsgebiet und hoher Verflechtung mit dem gesamten Bundesland stellt einen Ausgangspunkt des Projektes dar.
Dadurch besteht ein hohes Potenzial für die Mobilitätswende: kurze Wege, gute Infrastruktur, dichte Bebauung und gut vernetzte Akteur*innen. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen in der hohen PKW-Dichte sowie der vergleichsweise geringen Fahrradnutzung. Hier werden in einem Multi-Methoden-Ansatz Ursachen, Ansatzpunkte und Potenziale erforscht. Die Kooperation und Zusammenarbeit im Meta-Lab ermöglicht die Generierung und den Transfer von Wissen in verschiedenen Raumstrukturen und -kategorien sowie die zeitliche und räumliche Verankerung in bestehende institutionelle Arrangements.
Federführung: IZES
» Teilprojekt A
Saarmila koordiniert, realisiert & forscht
Teilprojekt A „Saarmila koordiniert, realisiert & forscht“ leistet den zentralen Beitrag durch umfassendes Projektmanagement, das die Gesamtkoordination und Evaluation des Projekts sicherstellt. Die Forschungsarbeit des Projektes insgesamt wird durch Teilprojekt A mit einem nachhaltigkeitswissenschaftlichen Forschungsansatz begleitet. Es übernimmt zudem die Umsetzung der Reallaborforschung (AP4) und führt begleitende empirische Sozialforschung (AP5) durch.
Die Reallabore werden in drei Themenfeldern entwickelt und umgesetzt: der Mobilität an Schulen und Kitas mit Fokus auf den Mobilitätsbedürfnissen von Kindern und der Reduktion des motorisierten Individualverkehrs, den Potenzialen von On-Demand-Mobilitätsangeboten zur Entlastung von Sorgearbeit und zur Verbesserung der Mobilitätsteilhabe sowie der Integration von Nahraumorientierung und Funktionsmischung durch prototypische und teilhabeorientierte Gestaltung bestehender Flächen.
Die begleitende empirische Sozialforschung flankiert den transdisziplinären Prozess, generiert Erkenntnisse für die Skalierung, untersucht die Mobilitätsbedürfnisse und -präferenzen der Bevölkerung, erstellt Kartenmaterial zu Mobilitätsknotenpunkten und entwickelt bedürfnisorientierte Empfehlungen. Das Projektmanagement koordiniert alle beteiligten Akteur*innen und ermöglicht durch einen systematischen und integrativen Ansatz die Generierung und den Transfer von Wissen in unterschiedlichen Raumstrukturen und -kategorien, unterstützt durch das Meta-Lab, das auch nach Projektende fortbesteht.
Federführung: IZES
» Teilprojekt B
Saarmila knüpft an und verankert vor Ort
Governance-Strategien werden auf allen Ebenen forschend weiterentwickelt, z.B. die Förderrichtlinien zur nachhaltigen Mobilität (NMOB) oder die Mobilitätsmaßnahmen im saarländischen Klimaschutzkonzept. Beides fällt in die Zuständigkeit des MUKMAV, das in Fragen der nachhaltigen Mobilität bereits mit den Kommunen und einschlägigen Stakeholder*innen im Mobilitätssektor kooperiert.
Durch eine Vertiefung dieser Kooperation im Rahmen von Saarmila sollen die Umsetzungs- und Transferchancen in Bezug auf die Governance-Strategien des Landes erhöht werden. Die bestehenden Förderinstrumente im NMOB Programm werden dabei partizipativ und unter Einbeziehung empirischer Erhebungen über das Mobilitätsverhalten der Saarländer*innen auf ihre Wirksamkeit hin evaluiert. Im Hinblick auf die im Klimaschutzkonzept des Landes festgeschriebenen priorisierten Maßnahmen im Mobilitätsbereich tragen zudem die Ergebnisse aus dem Projekt Saarmila dazu bei, dass das Saarland seine Klimaschutzziele im Mobilitätssektor und somit die Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045 erreicht.
Mit dem Aufbau von Partizipationsstrukturen, welche die Governance-Prozesse kritisch begleiten, soll durch die im Rahmen von Saarmila erarbeiteten Lösungsansätze eine messbar höhere Beteiligung der saarländischen Bevölkerung an den projektbezogenen Verwaltungsprozessen erreicht werden als bei regulären Verwaltungsprozessen. So wird die Akzeptanz für die Mobilitätswende als Ganzes in ihrer Umsetzung im Saarland als Regiopolregion gestärkt.
Federführung: MUKMAV
» Teilprojekt C
Saarmila entwirft Zukunft
Teilprojekt C „Saarmila entwirft Zukunft“ wird geleitet vom Regionalverband Saarbrücken, bestehend aus den fünf Städten Saarbrücken, Völklingen, Püttlingen, Sulzbach und Friedrichsthal sowie den fünf Gemeinden Heusweiler, Riegelsberg, Quierschied, Kleinblittersdorf und Großrosseln. Mit ihrer individuellen Mobilität stehen diese Städte und Gemeinden teilweise vor unterschiedlichen, ganz spezifischen Herausforderungen, bieten dadurch aber auch eine Vielfalt möglicher Ideen und Lösungen. Durch das Saarmila Projekt erhofft sich der Regionalverband Saarbrücken Einblicke und Visionen, wie nachhaltige und ganzheitliche Mobilität im Regionalverband zukünftig angeboten werden und funktionieren kann.
Gerade durch den interkommunalen Austausch und die Einbindung externer Akteur*innen sollen innerhalb der Projektlaufzeit und darüber hinaus Lösungen entwickelt werden, die Mobilität im Regionalverband Saarbrücken in ein neues Licht rücken. Mithilfe der entwickelten Leitbilder und des Mission Statements soll eine langfristige Nachhaltigkeitswirkung entstehen und die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden im Regionalverband im Bereich nachhaltige Mobilität intensiviert werden.
Durch die Eigenschaft des Regionalverbandes als Träger der weiterführenden Schulen sollen hier Mobilitätsmodelle für Schüler*innen und Lehrer*innen, aber auch für die Bürger*innen im Umfeld der Schulen erarbeitet werden. Der Regionalverband Saarbrücken strebt an, die gewonnenen Erkenntnisse in regionale Planungsprozesse zu integrieren und somit die Mobilitätswende vor Ort voranzutreiben. Darüber hinaus wird der Regionalverband aktiv an der Wissenschaftskommunikation teilnehmen, um die Sensibilisierung der Bevölkerung vor Ort zu fördern. Öffentliche Veranstaltungen im Regionalverband zahlen dabei auf eine lokale Verankerung von Nachhaltigkeit als Leitidee von Mobilität ein.
Federführung: RVSB
» Teilprojekt D
Saarmila steuert Nachhaltigkeit
Teilprojekt E „Saarmila steuert Nachhaltigkeit“ der Stadt Saarlouis arbeitet eng mit Forschungseinrichtungen, der Zivilgesellschaft und lokalen Partner*innen zusammen, um innovative Strategien für eine nachhaltige Mobilität zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf der Mobilität an Schulen und Kitas sowie der erprobungsorientierten Umsetzung einer integrierten Kita- und Schulwegeplanung in Saarlouis. Bestehende Planungsinstrumente werden dafür systematisch überprüft, angepasst und in praktischen Testphasen weiterentwickelt, um passgenaue Lösungen für sichere, nachhaltige und entlastende Wege im Alltag von Familien zu schaffen.
Das Teilprojekt analysiert Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken bestehender Governance-Strukturen und entwickelt – gemeinsam mit allen relevanten Akteur*innen – Leitbilder und konkrete Verbesserungsstrategien für eine kindgerechte und nachhaltige Mobilitätsplanung. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Mitwirkung an der Implementierung und Erforschung vernetzter Reallabore. Dazu gehören insbesondere Pop-Up-Maßnahmen im Umfeld von Schulen und Kitas, die neue Wegeführungen, Verkehrsberuhigung oder sichere Übergänge erproben. Ergänzend unterstützt das Teilprojekt auch Reallabore im Bereich On-Demand-Verkehre und Kommunikation der Mobilitätswende.
Die entwickelten Erkenntnisse werden aktiv zwischen Verwaltungsebenen, organisierter Bürgerschaft und Politik vermittelt. Durch die Vernetzung mit anderen Kommunen trägt die Stadt Saarlouis ihre Erfahrungen weiter und unterstützt so den überregionalen Transfer erfolgreicher Mobilitätslösungen. Teilprojekt D leistet damit einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Mobilitätswende im Saarland und liefert wertvolle Impulse für zukunftsorientierte, kindgerechte und sozial gerechte Mobilitätskonzepte.
Federführung: SLS
» Teilprojekt E
Saarmila vermittelt
Durch gezielte und differenzierte Wissenschaftskommunikation wollen wir das Bewusstsein für eine nachhaltige Mobilitätskultur im Saarland erhöhen, den Wissenstransfer und -austausch zwischen den Akteur*innen fördern, die aktive Beteiligung unterstützen und langfristige Verhaltensänderungen anregen. Der Schwerpunkt der Kommunikationsforschung liegt auf dem Thema wissenschaftliche und partizipative Kommunikation: Instrumente für die Forschung und Katalysatoren für Transformationsprozesse.
Saarmila wird auf verschiedenen Ebenen und Kanälen kommunizieren und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, wobei crossmedial zwischen wissenschaftlichen Publikationen und populären Medien experimentiert wird. Wir werden Möglichkeiten ausprobieren, Impulse aus der Gesellschaft in unsere Praxis zu integrieren, Menschen in einen offenen Dialog einzubeziehen und unseren verbalen und visuellen Rahmen für Partizipation offen zu halten. Ein besonderer kommunikativer und partizipativer Schwerpunkt wird auf organisierten Interessengruppen und Bürger*innen, Kindern, Familien, Personen, die Sorge- oder Erwerbsarbeit leisten, sowie marginalisierten Gruppen liegen.
Unsere kommunikative Aufgabe besteht darin, die Prozesse und Ergebnisse von Saarmila in die öffentliche Diskussion zu bringen, zu vermitteln und mit der Öffentlichkeit in einen offenen Dialog zu treten. Wir werden Kommunikationsmethoden erforschen und verschiedene Ansätze ausprobieren, um die Komplexität zu reduzieren, das Verständnis zu maximieren und unseren Handlungsspielraum zu optimieren. Da wir uns mit identitätsstiftenden und potenziell polarisierenden Themen befassen, muss unser Kommunikationsprozess Konflikte bewusst einbeziehen und reflektieren. Diese Herausforderung verstehen wir als Chance, durch Dekonstruktion, gemeinsames Lernen und Ermöglichung neue Perspektiven zu öffnen und konstruktive Aushandlungsräume zu schaffen.
Federführung: HBKsaar

Verbundkoordination

IZES gGmbH, Saarbrücken

Projektpartner

MUKMAV, Regionalverband Saarbrücken, HBKSaar, Kreisstadt Saarlouis, BIN Saar